Social-Media-Technologien im Überblick

Jan van Randenborgh, Kuborgh GmbH

Die Relevanz von Social Media hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Diese Entwicklung geht unter anderem damit einher, dass sich Social Media immer mehr als Marketinginstrument in Unternehmen etablieren und damit längst nicht mehr rein optional sind, sondern zunehmend zum festen Bestandteil von Unternehmensstrategien wurden.

Verbunden damit, dass das gesamte Handlungsfeld stark an Komplexität gewonnen hat, bietet sich dem Nutzer eine Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten, wie Ads, Distributionen, Kundendialog etc., bei denen es zunehmend schwierig wird, sich zurechtzufinden und zu behaupten.

In diesem Zusammenhang haben sich zur Steuerung, Planung und Verbreitung der Social-Media-Aktivitäten diverse nützliche Tools etabliert, die eine zeitsparendere und effizientere Nutzung der verschiedenen Kanäle ermöglichen sowie dem User einen darüber hinaus gehenden Nutzwert bieten. So wird zum Beispiel die Fehleranfälligkeit durch die Nutzung dieser Tools deutlich minimiert.

Exemplarisch berücksichtigen einige Anbieter diverse spezifische Gegebenheiten der jeweiligen Plattform und bieten bei der Content-Verbreitung zum Beispiel den Service eines integrierten URL-Shortener sowie eine Möglichkeit zum Hochladen von Bildern für mehrere Kanäle an. Dabei wird beispielsweise die legitimierte Anzahl von Zeichen bei Twitter registriert und der Nutzer gegebenenfalls zur Kürzung seines Textes aufgefordert, wobei die zusätzliche Nennung des relevanten Links bei dieser Zeichenanzahl bereits eingerechnet ist – ein praktisches Feature.

Außerdem bieten sich Vorteile im Bereich des Monitorings und der Analyse, weil hierauf spezialisierte Tools eine bessere – nämlich gesteigert relevante – Auswertung der erforderlichen Daten vornehmen. Insbesondere dieser Faktor bietet dem Benutzer eine nennenswerte Nutzwertsteigerung, da die Möglichkeit einer sachgemäßen Analyse essenziell zum Marketingerfolg beiträgt, indem sie die Stärken und Schwächen der bisherigen Vorgehensweise festhält, greifbar macht und Potenzial zur Verbesserung und somit zu mehr Erfolg bietet. So ist zum Beispiel eine fachgerechte Zielgruppenanalyse
neben anderen Kriterien von besonderer Bedeutung, um Inhalte wirklich gezielt und optimiert Inhalte zu platzieren.

Auf Initiative des Labs für „Social Media Software, Technologie und Apps“ wurde ein Fragebogen zum Nutzerverhalten und Wissensbedarf im Bereich Social Media erstellt. Die Auswertung ergab, dass bei den Unternehmen fortwährend Informationsbedarf bezüglich der Vielzahl an Tools besteht.

Anhand einer Übersicht wird versucht, im Folgenden etwas Licht in den Dschungel der Social-Media-Technologie-Tools zu bringen.[18] Die dargestellten und genannten Portale, Tools und Services stellen eine Auswahl der auf dem deutschen Markt relevanten Anbieter/Angebote dar.

TechnologienTechnologie-Landschaft – Welche Tools wofür?
Zur Einordnung der zahlreichen Social-Media-Technologien wählten wir den Ansatz, diese in klar strukturierte Handlungsfelder des Social-Media-Management-Kreises aufzugliedern, dessen einzelne Bestandteile im Folgenden in ihren Grundzügen erläutert werden.

  • Content Management und Digital Asset Management
    Am Anfang steht die Content-Erstellung, die in der Regel mithilfe eines Content Management Systems beziehungsweise unter Zuhilfenahme eines Digital-Asset-Management-Systems vorgenommen wird. Content Management Systeme (CMS) dienen der gemeinschaftlichen Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten auf eigenen Social-Media-Plattformen (z. B. Firmenblogs).
  • Social Media Channel Management
    Der erstellte Content wird dann distribuiert und zeitlich geplant verbreitet. Dabei ermöglichen diese Tools gleichzeitig einen effizienten Dialog in der Community, welcher der weiteren Verbreitung dient und diese Online-Gemeinschaft stärkt.
  • Social Advertising
    Zur Steigerung der Effektivität der Social-Media-Aktionen und -Ziele wird der Content sodann mit Werbe- und Dialogbotschaften in Social-Media-Kanälen entsprechend beworben, um die Reichweite der Inhalte zu steigern.
  • Social Commerce
    Nach der Bewerbung des Contents schließt sich der Verkauf an. Social Commerce Tools dienen der Durchführung von Transaktionen, bei denen dialog-basierte Kommunikation und/oder werbliche Maßnahmen in Social Communitys zu direkt messbarem Umsatz führen.
  • Community Management und Forum-Software
    Unter den Punkt Community Management fallen die Tools, die der Pflege und Betreuung der unternehmenseigenen Community-Plattform dienen (z. B. selbst betriebenes und betreutes Kunden-Forum). Durch die Interaktion mit der Community – sowohl über Social Media Channel Management als auch Community Management – entsteht, unter anderem durch gezielten Einsatz von Beobachtungs- und Analyse-Tools, wiederum der Ansatz zu neuem Content.

Innerhalb des Kreises sind jene Technologie-Bereiche gesondert aufgenommen, die für alle Bestandteile und Handlungsfelder gleichermaßen relevant sind.

  • Collaboration und Enterprise 2.0
    Business Collaboration – auch als Enterprise-2.0-Software bekannt – ist eine IT-Lösung für Wissensmanagement, Dokumentenverwaltung und Kommunikation, sowohl unternehmensintern als auch -extern. Sie verbindet Aufgabenverwaltung, Communitys, „Wikis“ (Online-Lexika) und viele Weitere mit bekannten Web-2.0-Funktionen und trägt somit zu einer abteilungs- und standortübergreifend transparenten sowie effizienten Mit- und Zusammenarbeit bei. Dies bedingt gleichzeitig einen Wandel der Unternehmenskultur.
  • Analytics und Monitoring/Beobachtung
    Analytics- und Monitoring-Software dient der Analyse und Beobachtung von Aktivitäts- und Kommunikationsdaten im Social Web. Die Relevanz der Erfolgsmessung und Analyse in allen Bereichen wurde bereits vorab thematisiert, denn sie beeinflusst und bestimmt in wesentlichem Maße zukünftige Inhalte und Maßnahmen.
  • Big Data
    Die großen, komplexen und/oder sich schnell verändernden Datenmengen werden unter dem Begriff „Big Data“ zusammengefasst. Big-Data-Software ermöglicht es, riesige Datenmengen (z. B. im Terabyte- oder Zettabyte-Bereich) aus unterschiedlichen Quellen (z. B. interne und externe Daten) in sehr hoher Geschwindigkeit zu aggregieren, zu analysieren und bereitzustellen. Dabei liegt der Fokus der Analyse in der Feststellung von Zusammenhängen und Mustern.

Außerhalb des Kreises sind diverse Tools zur Vereinfachungen und Unterstützung von Social-Media-Aktivitäten gelistet, wie URLShortener, Streaming-Plattformen für Live-Video-Übertragungen und Anbieter zur Social-Media-App-Entwicklung beziehungsweise -Nutzung.

Zusammengefasst wird somit der gesamte Social-Media-Zyklus durch entsprechende Technologien unterstützt: Von der Content-Erstellung, über die Verbreitung und Bewerbung, die Generierung des Verkaufs bis zum Dialog mit den Nutzern auf der jeweiligen Zielplattform. Dieser Dialog wird maßgeblich gezielt über die Analyse
und Erfolgsmessung gesteuert.


[18] Hierbei sei darauf verwiesen, dass kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht, sondern die Nennungen und Darstellungen allenfalls einen exemplarischen Charakter aufweisen.


Dieser Artikel wurde dem Social Media Kompass 2014/2015 entnommen.

Erscheinungsdatum: 09.09.2014
Umfang: 94 Seiten