Sicherer Einstieg in soziale Netzwerke – 10 Tipps, die Nutzer beachten sollten

u.a. Christiane Biederlack, VZ Netzwerke und Sabrina Panknin, ethority GmbH & Co. KG

Soziale Netzwerke, auch Social Networks genannt, sind zum festen Bestandteil des Internets und unserer Gesellschaft geworden. Millionen von Nutzern pflegen täglich ihre privaten und geschäftlichen Kontakte, tauschen sich aus, teilen Fotos und Videos miteinander, kommentieren und bewerten Inhalte, schließen sich neuen Communities an – das Angebot sozialer Netzwerke ist vielfältig. Mit dem vorliegenden Leitfaden bietet Ihnen die Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zehn Tipps für den sicheren Einstieg in Social Networks. Dabei wünscht Ihnen der BVDW viel Spaß und Erfolg.

1. Wählen Sie das richtige Social Network
Sie finden heute im Internet eine Vielzahl an sozialen Netzwerken, die mit ihren thematischen Schwerpunkten die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer abdecken. Unter den zahlreichen sozialen Netzwerken finden sich für deutschsprachige Nutzer zum Beispiel Facebook, die lokalisten, MySpace, schülerVZ, StayFriends, studiVZ, wer-kennt-wen.de oder XING. Eignen sich Social Networks wie Facebook, MySpace oder schülerVZ für Freunde und Familie, passt XING wiederum zur Pflege von Geschäftskontakten. Die Wahl eines Netzwerks sollte für Ihre persönliche Präsenz im Internet deshalb nicht willkürlich erfolgen, sondern auch für Ihre Zukunft einen Mehrwert und eine Perspektive bieten. Welches Social Network für Sie in Frage kommt, hängt einerseits natürlich davon ab, wo Ihre Freunde, Bekannten oder Geschäftskontakte überwiegend vertreten sind, andererseits aber auch von Ihrer eigenen Zielsetzung.

2. Legen Sie ihr Ziel fest
Bevor Sie sich in einem Social Network anmelden, sollten Sie sich darüber klar werden, welches Ziel Sie damit persönlich erreichen möchten: Steht das berufliche Netzwerken im Vordergrund (zum Beispiel mit LinkedIn, XING)? Wollen Sie den Kontakt zu ehemaligen Schulfreunden und Studienkollegen wiederherstellen (zum Beispiel auf schülerVZ,  StayFriends, studiVZ)? Suchen Sie den privaten Austausch mit Freunden und Familie (zum Beispiel bei Facebook, lokalisten, meinVZ, MySpace, wer-kennt-wen.de)? Oder wollen Sie nur kurze Nachrichten mit Ihrem Bekanntenkreis austauschen (zum Beispiel mit Facebook, Twitter)? Legen Sie Ihre Ziele für Ihre Präsenz in Social Networks frühzeitig fest und trennen Sie Ihre beruflichen und privaten Ziele weitestgehend.

3. Starten Sie auf einer Plattform
Nachdem Sie Ihren Schwerpunkt festgelegt haben, ist der Start in nur einem Social Network empfehlenswert, um erste Erfahrungen zu sammeln. Der Einstieg in ein weiteres soziales Netzwerk fällt danach in der Regel deutlich einfacher aus. Sicherlich macht es Spaß, auf mehreren Plattformen gleichzeitig mit einem persönlichen Profil aktiv vertreten zu sein – dies ist allerdings auch sehr zeitintensiv. Lesen Sie zudem vorher gründlich die Datenschutzbestimmungen des Betreibers, insbesondere wenn es sich nicht um einen deutschen Anbieter bzw. Betreiber handelt, denn hier gilt nicht das deutsche Datenschutzrecht.

4. Pflegen Sie die Inhalte des eigenen Profils
Sobald Sie einmal ein Profil erstellt haben und mit Freunden, Familienmitgliedern, Bekannten oder Geschäftskontakten in Verbindung stehen, sollten Sie Ihr eigenes Profil regelmäßig pflegen. Über kurz oder lang werden Sie von anderen Mitgliedern kontaktiert und aufgefordert, Kontakte zu bestätigen, auf Nachrichten zu reagieren, Ihr Profil um Fotos oder Videos zu erweitern (zum Beispiel bei Flickr, MySpace, sevenload oder YouTube) und regelmäßig über sich selbst zu informieren. Beachten Sie, dass Sie im eigenen Profil nur
so viel preisgeben sollten, wie Sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchten. Ihr Profil ist bei einigen Netzwerken auch über öffentliche Suchmaschinen wie zum Beispiel Google zu finden. Achten Sie auch auf den Schutz Ihrer eigenen Privatsphäre (siehe  unten) und respektieren Sie den Schutz der Daten Ihrer eigenen Kontakte oder Dritter. Grundsätzlich sollten Sie keine anstößigen oder gesetzeswidrigen Inhalte sowie stark  unvorteilhafte und obszöne Fotos und Videos von sich oder anderen veröffentlichen. Dies wäre nicht nur für Sie unvorteilhaft – Sie verstoßen damit auch bei vielen Anbietern gegen  die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und/oder gegen den Verhaltenskodex. Dies kann zum Sperren Ihres Profils oder auch zum Ausschluss aus dem Netzwerk  führen.
Private Fotos, Videos und Statusmeldungen über Ihr persönliches Wohlbefinden gehören nur eingeschränkt in ein Social Network für Freunde, auf keinen Fall aber in ein Business-Netzwerk.

5. Schützen Sie sich und Ihre Karriere
Behalten Sie bei der Nutzung von Social Networks immer im Hinterkopf, dass Sie durch sämtliche Aktivitäten zusätzliche Informationen zu Ihrer Person preisgeben. Auch Personaler, Vorgesetzte, Professoren oder Lehrer informieren sich gegebenenfalls in  Social Networks über Mitarbeiter, Studenten oder Schüler. Mit rufschädigenden  Äußerungen über Ihren Arbeitgeber riskieren Sie Ihren Job, unpassende Bemerkungen über Lehrkräfte können Ihre akademische Ausbildung beeinträchtigen. Ein  aussagekräftiges Business-Profil mit bewusster Angabe eines Links zum Profil des  sozialen Netzwerks im Lebenslauf der Bewerbung überzeugt dagegen schon vor einem Vorstellungsgespräch und kann in Einzelfällen von Vorteil für die Auswahl zu einem  Vorstellungsgespräch sein.

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Dieser Ausschnitt wurde dem Leitfaden „Sicherer Einstieg in soziale Netzwerle – 10 Tipps, die Nutzer beachten sollten“ entnommen.

Erscheinungsdatum: 03.12.2009
Umfang: 5 Seiten